Anwendungsorientierte Forschung

Zeit & Ort:
Gruppe A
3.-4. November 2008, 9-18 Uhr

Gruppe B
5.-6. November 2008, 9-18 Uhr

SORA/ZSI Linke Wienzeile 246, A-1150 Wien

Seminarverantwortlicher:
Univ.Prof. Dr. Josef Hochgerner
hochgerner@zsi.at

Ziele:

  • die Selbsteinschätzung der SeminarteilnehmerInnen vis-a-vis den Anforderungen anwendungsorientierter Forschung zu stärken,
  • das Spannungsfeld, in dem anwendungsorientierte Forschung positioniert und wahrgenommen wird, kritisch zu reflektieren und dadurch
  • die eigene Handlungsfähigkeit zu stärken (empowerment)

Inhalt:
In dem Seminar werden zentrale Begriffe wie "Wissenschaft", "Forschung", "Grundlagenforschung", "Angewandte Forschung", "Innovation" behandelt und folgende Fragestellungen bearbeitet:

  • Was bedeutet "anwendungsorientierte Forschung" in bzw. für Sozialwissenschaften?
  • Warum ist die anwendungsorientierte Forschung anders und welche Charakteristika kennzeichnen die angenommene Andersartigkeit; verändert sich dadurch die Rolle der Sozialwissenschaften in der Gesellschaft?
  • Was macht eine "scientific community" aus, die nicht mehr durch akademische Disziplinengrenzen definiert wird, sondern eher über Anwendungs- oder Handlungsfelder? Wie bestimmt sie das Leben ihrer Mitglieder, einerseits im Unterschied zu "früher", andererseits unter den besonderen Bedingungen zunehmender Internationalisierung?

Themen:

  • Wissenschaftstheoretischer Diskurs (Mode 1/Mode 2; Triple-Helix, Open Innovation etc.)
  • Transdisziplinarität als (methodisches) Vorgehen, wissenschaftliches und praktisches Wissen zu verbinden
  • Organisatorische Strukturen und Umfeld der anwendungsorientierten Forschung: Institutionen, Positionen, Personalentwicklung in Wissenschaft und Forschung, Universitätsgesetz, Kollektivvertrag, Organisationskulturen
  • Gender und andere Einflussfaktoren (Herkunft, Status, Migration, Wissenschaft und Gesellschaft, Makro-Trends der sozio-ökonomischen Entwicklung)
  • Wissenschaftliche Biographien, Karrieren und Sozialtechniken, Anforderungen
  • Wandel von Kennzeichen, Symbolen, Jargon, Aufnahmeritualen und Kontrollfunktionen etc.

Vortragende:
Univ. Prof. Mag. Dr. Josef Hochgerner (ZSI)
Mag.a Birgit Habermann, MSc. (ÖAW/KEF)
Mag.a Verena Paul (SORA)
Mag. Dr. Erich Griessler (IHS)

ECTS: 1

Literatur:
Bergmann, Matthias; Bettina Brohmann; Esther Hofmann; M. Céline Loibl; Regine Rehaag; Engelbert Schramm; Jan-Peter Voß (2005): Qualitätskriterien transdisziplinärer Forschung. Ein Leitfaden für die formative Evaluation von Forschungsprojekten. ISOE-Studientexte, Nr. 13.

Chesborough, H. (2003): Open Innovation: The New Imperative for Creating and Profiting from Technology. Boston: HBS Press

Gibbons, M., Limoges, C., Nowotny, H., Schwartzman, S., Scott, P. and Trow, M. (1994): The New Production of Knowledge. The Dynamics of Science and Research in Contemporary Societies. London: Sage

Mittelstraß, Jürgen: Transdisziplinarität - wissenschaftliche Zukunft und institutionelle Wirklichkeit. 2003 ISBN 387940786X

Nowotny, H., Scott, P. and Gibbons, M. (2003): Introduction: `Mode 2' Revisited: The   New Production of Knowledge. Minerva, Volume 41, Number 3, 2003, pp. 179-194

Nowotny, H., Scott, P. and Gibbons, M. (2001): Re-thinking Science. Knowledge and the Public in an Age of Uncertainty. Cambridge: Polity Press

Weingart, P. (1999): Neue Formen der Wissensproduktion: Fakt, Fiktion und Mode