Anwendungsorientierte Forschung und Verhaltensrichtlinien

Zeit & Ort:
Gruppe A: 30. September – 1. Oktober 2010, 9-18 Uhr
Gruppe B: 7.-8. Oktober 2010, 9-18 Uhr

SORA/ZSI, Linke Wienzeile 246, 1150 Wien

Seminarverantwortlicher:
Univ. Prof. Dr. Josef Hochgerner (ZSI)
hochgerner@zsi.at

Ziele

  • Das Spannungsfeld analysieren, in dem anwendungsorientierte Forschung positioniert ist und wahrgenommen wird.
  • Das eigene Berufs- und Kompetenzprofil reflektieren und Entwicklungspotenziale erkennen.
  • Die eigene Handlungsfähigkeit erweitern (empowerment).
  • Ethische Grundsätze wissenschaftlicher Forschung in die Arbeitsorganisation, Kommunikation mit Stakeholder-Gruppen und Ergebnisverwertung integrieren.
Inhalt
Zentrale Inhalte betreffen aktuelle Entwicklungen in Wissenschaft und Forschung allgemein, insbesondere der anwendungsnahen und international kooperativen sozialwissenschaftlichen Forschung. Was ist gleich bzw. anders in der klassischen Gegenüberstellung zwischen Grundlagen- und angewandter Forschung? Wie weitgehend und unter welchen Bedingungen ist diese Unterscheidung sinnvoll? Welche Auswirkungen haben gesellschaftliche Veränderungen und damit verbundene Erwartungen an Wissenschaft und Forschung für die Praxis sozialwissenschaftlicher Arbeit?

Themen
  • Organisatorische Strukturen, Forschungsförderung und Umfeld anwendungsorientierter Forschung: Institutionen Positionen, Personalentwicklung in Wissenschaft und Forschung, Universitätsgesetz, Kollektivvertrag, Organisationskulturen
  • Gender und andere Einflussfaktoren der Formierung von „scientific communities“ (Herkunft, Status, Migration, Wissenschaft und Gesellschaft, Makro-Trends der sozio-ökonomischen Entwicklung); Biographien, Karrieren und Sozialtechniken
  • Wissenschaftstheoretische Diskurse (Science Mode 1/Mode 2; Transdisziplinarität); spezifische Anforderungen der Kooperation und Kommunikation in internationalen Forschungsprojekten
  • Wissenschaftliche Standards, geistige Eigentumsrechte und Forschungsethik im internationalen Kontext
  • Konkrete Erfahrungen aus unterschiedlichen Forschungsprojekten (Akquisition, Durchführung, wissenschaftliche und praktische Verwertung von Ergebnissen)

ECTS: 2

Vortragende:
Univ. Prof. Dr. Josef Hochgerner (ZSI)
Dr. Erich Griessler (IHS)
Dr. Birgit Habermann (BOKU Wien)
PD Dr. Ursula Holtgrewe (FORBA)

Literatur:
Bergmann, Matthias et al. (2005): Qualitätskriterien transdisziplinärer Forschung. Ein Leitfaden für die formative Evaluation von Forschungsprojekten. Frankfurt: ISOE-Studientexte, Nr. 13 (Institut für Sozial-Ökologische Forschung).

Gibbons, Michael et al. (1994): The New Production of Knowledge. The Dynamics of Science and Research in Contemporary Societies. London: Sage.

Mittelstraß, Jürgen (2003): Transdisziplinarität - wissenschaftliche Zukunft und institutionelle Wirklichkeit. Konstanz: Universitätsverlag.

Nowotny, Helga et al. (2003): Introduction: `Mode 2' Revisited: The New Production of Knowledge. Minerva, Volume 41, Number 3, 2003, pp. 179-194.

Weingart, Peter (1997): Neue Formen der Wissensproduktion: Fakt, Fiktion und Mode. Inst. Für Wissenschafts undTechnologieforschung. Bielefeld: IWT Paper 15.

Wynne, Brian / Felt, Ulrike (2007): Taking European Knowledge Society Seriously. Expert Group on Science and Governance. Brussels: European Commission/DG Research. Science, Economy and Society Directorate.